Im April 2007 legte Wien Energie den Grundstein für den Neubau des Kraftwerks Simmering 1. Mit einem Investitionsvolumen von rund 300 Mio. EUR wurde eine der modernsten und umweltfreundlichsten Kraftwerksanlagen Europas geschaffen.
Simmering 1 wurde als hocheffiziente Gas-und-Dampfturbinen-Anlage (GuD-Anlage) mit einer elektrischen Leistung von 700 Megawatt bei einer Fernwärmeleistung von 450 Megawatt konzipiert.
Simmering 2 besteht im Kern aus dem rund 30 Jahre alten Kraftwerk und dient zur Abdeckung von Bedarfsspitzen. Die Leistung beträgt 60 Megawatt elektrisch und 150 Megawatt thermisch.
Nach Inbetriebnahme im Winter 2008/2009 beliefert das neue Kraftwerk etwa 800.000 Haushalte und mehr als 7.000 Businesskunden mit Strom sowie knapp 200.000 Haushalte mit Wärme.
Der Betrieb erfolgt ausschließlich mit Erdgas, das praktisch ohne Rückstände verbrennt und daher deutlich weniger Kohlendioxid (CO2) verursacht. Dazu kommen zusätzliche Einsparungen durch den Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK).
Dank Kraft-Wärme-Kopplung wird die Wärme, die bei der Stromerzeugung in herkömmlichen thermischen Kraftwerken entsteht, sinnvoll genutzt, um Haushalte oder Betriebe zu beheizen. Durch Wirkungsgrade bis zu 86 % kann der Bedarf an Primärenergieträgern reduziert und die Umwelt wesentlich geschont werden. Dieses System hat sich in Wien bestens bewährt: In der Vergangenheit wurden schon die kalorischen Kraftwerke in Donaustadt und Leopoldau mit Kraft-Wärme-Kopplung ausgestattet. Etwa 61,5 % der gesamten Fernwärmeproduktion stammen aus KWK-Anlagen.
Mit dem Kraftwerk Simmering rückt das angestrebte KliP-Ziel (Klimaschutzprogramm der Stadt Wien) in greifbare Nähe: den CO2-Ausstoß bis 2010 auf jährlich rund 2,6 Millionen Tonnen zu reduzieren.
Jährlich fallen in Wien rund 860.000 Tonnen Müll an – kostbarer Rohstoff zur Energiegewinnung. Denn die Wärme, die bei der Müllverbrennung entsteht, kann in umweltfreundliche Heizwärme für Haushalte und Betriebe umgewandelt werden. Jüngster Meilenstein: die Eröffnung der Müllverbrennungsanlage Pfaffenau am 20.9.2008. Sie verwertet rund 250.000 Tonnen Restmüll pro Jahr und deckt damit den Fernwärme-Bedarf von rund 60.000 Wiener Haushalten.
Herkömmliche Klimageräte verursachen schädliche Treibhausgase. Wien Energie bietet bereits seit einigen Jahren eine umweltschonende Alternative an: Fernkälte. Dafür wird die Abwärme aus den kalorischen Kraftwerken bzw. der Müllverbrennung genützt und in Kältezentralen umgewandelt. Gegenüber konventionellen Klimaanlagen verbraucht dieses System wesentlich weniger Strom bei weitaus geringeren CO2-Emissionen.
Österreichweit nutzen bereits erste Großprojekte diese zukunftsweisende Technik, beispielsweise die Business-Stadt TownTown im 3. Wiener Gemeindebezirk. Ab Sommer 2009 wird auch das Allgemeine Krankenhaus Wien mit Fernkälte beliefert; weitere Projekte befinden sich im Planungsstadium.
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