In den vergangenen Jahren wurde bei den Wiener Stadtwerken ein umfassendes Risikomanagementsystem implementiert, das eine frühzeitige Erkennung von Chancen und Risiken und damit ein entsprechend rechtzeitiges Ergreifen von Maßnahmen ermöglicht.
Gemäß den international anerkannten Ansätzen von COSO (=Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) umfasst der implementierte Risikomanagementprozess die Erhebung, Erfassung und Bewertung der Risiken aller Konzernunternehmen. Ein weiterer wesentlicher Teil des Prozesses liegt in der Initiierung von Maßnahmen, die dem jeweiligen Risiko gegensteuern. Einheitliche Instrumentarien wie ein Risikoerhebungsbogen und eine Risikodatenbank unterstützen die Durchführung des Prozesses optimal.
Die Einhaltung des revolvierenden Risikomanagementprozesses wird durch eine fix etablierte Risikomanagementorganisation sicher gestellt. In allen Konzernunternehmen fungiert der Risikocontroller als zentraler Treiber des Risikomanagementprozesses. Für wesentliche Fachthemen (Finanzen, IT, Beteiligungen, Personal) bilden Themenrisikocontroller als Fachexperten für die betreffenden Risiken die Schnittstelle zu den Fachgremien dieser Themenbereiche. Damit wird eine optimale Verwebung des Risikomanagementsystems mit der bestehenden Organisationsstruktur gewährleistet und dessen Effektivität weiter verstärkt.
Die maßgeblichen Risiken der Wiener Stadtwerke sind:
Darunter sind insbesondere Risiken der kurz- und langfristigen Finanzveranlagung subsumiert, die das konzernweit einheitliche Treasury-System behandelt. Im Geschäftsjahr 2008 standen auch die Risiken aus den US-Lease-Transaktionen unter besonderer Beobachtung.
Die Risikobeobachtung im Bereich der Beteiligungen wird durch ein laufendes Berichtswesen unterstützt. Dabei stehen insbesondere wesentliche Beteiligungen im Fokus einer Risikominimierung, damit auf Veränderungen rasch reagiert werden kann.
Für die Wiener Stadtwerke als Konzern mit anlagenintensiven Bereichen stellt die absolute Zuverlässigkeit der technischen Infrastruktur einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Aus diesem Grund wird auf die Einhaltung hoher technischer Standards geachtet. Die zuverlässige Unterstützung der Geschäftsprozesse durch die IT wird sichergestellt, indem Maßnahmen zur Erreichung einer hohen Verfügbarkeit ergriffen werden.
Politische und rechtliche Rahmenbedingungen bilden den Kern der für die Wiener Stadtwerke relevanten Umfeldveränderungen. Diese werden laufend beobachtet, um möglichst frühzeitig adäquat darauf reagieren zu können.
Auf den liberalisierten Märkten ist eine zunehmende Wettbewerbsintensität festzustellen. Daher werden bereits im Rahmen von Strategieworkshops grundlegende Weichen für zukünftige unternehmerische Entscheidungen gelegt, die diese neuen Gegebenheiten berücksichtigen. Auch im operativen Geschehen wird auf die geänderten Rahmenbedingungen reagiert, beispielsweise mit einer aktiveren Verkaufspolitik.
Die laufende Beobachtung der Beschaffungsmärkte sowie die Reduktion der Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten sind die wesentlichsten Maßnahmen, um Risiken im Beschaffungsbereich entgegenzuwirken. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass insbesondere in anlagenintensiven Bereichen teure Investitionen getätigt werden. Preisänderungsrisiken im Energiebereich stehen ebenfalls unter laufender Beobachtung und werden gegebenenfalls mit Hilfe von derivativen Instrumenten auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten abgesichert.
Die Wiener Stadtwerke als einer der größten Arbeitgeber Wiens erachten das Monitoring der Personalrisiken als besonders relevant. Dazu zählt etwa die Entwicklung der Mitarbeiterfluktuation oder der Mitarbeiterzufriedenheit. Um Personalrisiken entgegenzuwirken, kommen verschiedene Maßnahmen zum Einsatz, wie etwa das konzernweit Integrierte MitarbeiterInnenentwicklungskonzept (IME).
Zum Ende des Geschäftsjahres 2008 waren keine Risiken erkennbar, die einzeln oder in Wechselwirkung miteinander für den Wiener Stadtwerke-Konzern bestandsgefährdende Auswirkungen gehabt hätten.
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