Forschung und Entwicklung

 

10. Forschung und Entwicklung

Die Beteiligung des Wiener Stadtwerke-Konzerns an umsetzungsnahen Forschungs- und Entwicklungsprojekten unterstützt die Strategie des Konzerns, hinsichtlich der eingesetzten Technologien und Verfahren immer auf dem neuesten Stand zu sein und die vorhandene Expertise auch für die Forschung verfügbar zu machen. Zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wurde im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die einen entsprechenden Maßnahmenkatalog entwickelt hat. Folgende Forschungsinitiativen sind für das Geschäftsjahr 2008 beispielhaft zu nennen:

Unternehmensbereich Energie

Fernwärme

Die Arbeitsschwerpunkte bei Fernwärme Wien lagen wie in der Vergangenheit in einer zukünftig primärenergieminimierten Fernwärmeversorgung, in der Verbesserung der klassischen Fernwärmetechnik und in der Kältetechnik. Die Bandbreite reichte dabei von der Beteiligung an Forschungsprojekten, hier insbesondere im Bereich der Kühlung mit Fernwärme, über die Validierung von Produkten am Prüfstand oder im Feldversuch, hier besonders im Bereich der Trinkwasserwärmung, bis zur tatsächlichen Anwendung.

K1-Kompetenzzentrum Bioenergy 2020+

Beim Forschungsprojekt des K1-Kompetenzzentrum Bioenergy 2020+, an dem Wien Energie Gasnetz mitwirkt, setzt man sich gezielt mit der Erarbeitung einer hocheffektiven Biogasanlage auseinander. Seit Juli 2007 werden im Projekt „Virtuelles Biogas“ mittels Gaspermeation – einem auf Membrantechnik basierenden Reinigungsverfahren – 100 m³/h Biomethan ins Gasnetz eingespeist. Um die dafür notwendige Qualität zu erreichen, wurde ein Gesamtkonzept für die Reinigung und Aufbereitung entwickelt, das unter anderem auch die Optimierung und Umstellung der biologischen Vorentschwefelung durch reinen Sauerstoff umfasst. Die TU-Wien koordiniert dieses Projekt und begleitet die Umsetzung. 2008 konnten mehr als 300.000 m³ Biomethan ins Netz eingespeist werden.

Smart Metering

Intelligente, fernsteuerbare und fernablesbare Zähler finden unter dem Schlagwort „Smart Metering“ immer weitere Verbreitung. In einigen europäischen Ländern ist die Installation von intelligenten Zählern für den Netzbetreiber bereits Pflicht, in vielen anderen sind entsprechende gesetzliche Regelungen in Vorbereitung. Wien Energie Stromnetz macht die Einführung von einer Anerkennung der Investitionskosten abhängig. Derzeit werden Einführungsmöglichkeiten technologisch und wirtschaftlich evaluiert.

Unternehmensbereich Verkehr

MofA - Mobilität im öffentlichen Raum

Projektziel ist die Erstellung einer Planungsgrundlage für barrierefreie Infrastruktur im ÖPNV. Ausgehend vom Status Quo und einer Bedarfsfeststellung soll eine Prüfmethodik zur Beurteilung der Barrierefreiheit von Vorplätzen, Zugangsbereichen, Haltestellen und Verkehrsbauwerken entwickelt werden. Bevor in konkreten Stationsbegehungen das zu entwickelnde Prüfmodell getestet wird, ist ein mit den betroffenen Verkehrsteilnehmer/innen abgestimmter Bewertungskatalog zu erstellen und ein universelles Beschreibungs-, Beobachtungs- und Klassifikationsverfahren zu entwickeln.

In einem Resümee über die gewonnenen Projekterkenntnisse sollen die bestehenden Systemlösungen überprüft und bewertet werden. Einerseits sollen die bestehenden Schwachstellen dokumentiert, andererseits sollen Best-Practice-Lösungen zur Umsetzung beim Projekt Hauptbahnhof Wien und bei anderen Bauvorhaben gefunden werden. Dieses Projekt wird gemeinsam mit einigen Teilunternehmen der ÖBB durchgeführt.

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